© Matej Meza / Universität Bremen
„Ich habe mein Studium einfach genossen und alles mitgenommen, was ging“
Jasmin Lanz erzählt, warum sie sich an der Uni Bremen sofort willkommen fühlte und wie sie Studium, Ehrenamt und Pflegeverantwortung unter einen Hut bringt
Jasmin Lanz wusste schon früh, dass sie einmal studieren möchte. Doch zunächst machte sie eine Ausbildung zur Erzieherin, ein „Sprungbrett“, wie sie sagt, um die Fachhochschulreife zu erlangen. Fünf Jahre arbeitete sie in ihrem Beruf, bevor sie merkte: Da fehlt noch etwas. Heute studiert sie Germanistik im Master an der Universität Bremen, wo sie auch schon ihren Bachelor machte. Im Gespräch berichtet sie von ihrem ungewöhnlichen Weg ins Studium, den besonderen Angeboten der Uni und ihrer persönlichen Art, das Campusleben zu nutzen.
Jasmin, wie kam es dazu, dass du dich nach einigen Jahren im Beruf doch noch für ein Studium entschieden hast?
Ich wollte eigentlich schon immer studieren. Die Erzieherinnenausbildung war für mich der Weg zur Fachhochschulreife, aber dann hat mich das Arbeitsleben eingefangen. Unabhängigkeit und eigenes Geld verdienen, das war auch schön. Nach fünf Jahren habe ich aber gemerkt, dass ich unzufrieden bin, dass mir da noch etwas fehlt. 40 Jahre denselben Job, das konnte ich mir nicht vorstellen. Also habe ich mich beraten lassen, verschiedene Studienrichtungen angeschaut und mich letztlich für Germanistik entschieden.
War der Start ins Studium für dich leicht?
Anfangs war ich etwas orientierungslos, gerade bei den ganzen Einschreibeformalitäten. Aber als ich dann immatrikuliert war, bin ich schnell in Kontakt mit den „Uni-Pionieren“ gekommen – einer Gruppe von „Arbeiterkindern“, die sich gegenseitig bei bürokratischen Hürden unterstützen. Das war super hilfreich. Ich bin außerdem im ersten Semester gependelt, weil ich noch berufstätig war und meine Eltern pflege. Ich hatte aber so eine riesige Motivation, dass ich das gar nicht als anstrengend empfand.
Du sagtest im Vorgespräch, die Uni Bremen sei ein „ermöglichender Ort“. Was meinst du damit?
Von Anfang an habe ich mich hier gesehen gefühlt. Es gibt unglaublich viele Unterstützungsangebote, das beginnt mit der Studierwerkstatt, geht über psychologische Beratung des Studierendenwerks Bremen und führt bis hin zu hybriden Lehrformaten, wenn man mal nicht vor Ort sein kann. Die Dozierenden sind zum Beispiel auch sehr offen: Wenn bei mir wegen der Pflege meiner Eltern etwas dazwischenkommt, finde ich immer Verständnis und Lösungen. Und es gibt viele Chancen, sich auszuprobieren. Sei es durch Praktika, Jobs als studentische Hilfskraft oder Projekte, in die man direkt eingebunden wird.
Wie erlebst du deinen Studiengang Germanistik?
Sehr familiär. Man begegnet sich auf Augenhöhe und man kann jederzeit auf Dozierende zugehen. Wir haben tolle Formate wie die „Lange Nacht der Hausarbeiten“, an der man gemeinsam mit anderen in Räumen des Fachbereichs Hausarbeiten schreiben kann, oder Partys, zu denen auch Lehrende kommen. Im ersten Semester hat Corona den Austausch erschwert, aber die Dozierenden haben aktiv Gruppenarbeiten und Exkursionen organisiert, damit wir uns besser vernetzen.
Warum gerade Germanistik, nach einer Ausbildung als Erzieherin?
Sprache und Literatur waren schon immer meine Leidenschaft. In meiner Arbeit im Sprachheilkindergarten hat sich das noch verstärkt. Und durch meine Berufsausbildung hatte ich die Sicherheit, dass ich nicht schauen musste, welches Studium mir einen Job bringt. Ich konnte mir wirklich überlegen: Was will ich in meinem Leben unbedingt noch lernen? Germanistik war die klare Antwort.
Du bist auch ein Fan der General Studies. Warum?
Weil sie eine Riesenchance sind, Neues auszuprobieren. Ich habe Sprachen gelernt, bspw. Arabisch, ein bisschen Italienisch, außerdem noch Hip-Hop getanzt und Improtheater gemacht. Oft ohne Notendruck, einfach aus Interesse. Viele sehen General Studies als Pflicht, ich sehe sie als Geschenk.
Was würdest du Studienanfänger:innen mit auf den Weg geben?
Nehmt euer erstes Semester nicht zu verbissen. Genießt es, probiert euch aus, knüpft Kontakte. Es gibt so viele spannende Angebote, nutzt sie.
Und warum ist die Uni Bremen aus deiner Sicht ein guter Studienort?
Weil sie nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Wege öffnet. Hier kannst du ankommen, so wie du bist und herausfinden, was alles in dir steckt.
Sei, wer du bist. Das wird an der Uni Bremen gelebt und gefördert.
Wenn auch Du die Universität Bremen näher kennenlernen möchtest, besuch den Informationstag für Studieninteressierte am 24. Juni 2026. Du kannst auch jederzeit unsere Studienberatung kontaktieren oder Dir online ein Bild der Möglichkeiten an der Uni Bremen machen.