© Leona Hofmann / Universität Bremen
Was ist die Northwest Alliance und warum stärkt sie Forschung und Region?
Universität Bremen und Universität Oldenburg bündeln Kräfte und bewerben sich gemeinsam in der finalen Runde des Exzellenzwettbewerbs
Im Jahr 2025 haben die Universität Bremen und die Universität Oldenburg ihre langjährige Zusammenarbeit mit der Gründung der Northwest Alliance weiter vertieft. Der Verbund baut auf komplementären Profilen und gemeinsamen Reformerfahrungen auf und öffnet den Weg zu Exzellenz in gesellschaftlicher Verantwortung.
1991 sind die „intellektuellen Hungerjahre“ vorbei, wie die „Bremer Uni Zeitung“ geschrieben hat. Zwanzig Jahre nach der Gründung der Uni Bremen 1971 eröffnete auf dem Campus die erste Universitätsbuchhandlung. Und zwar als Ableger der Ossietzky Buchhandlung an der Universität Oldenburg. Ebenfalls eine junge Reformuni, die 2023 ihr 50. Jubiläum gefeiert hat.
Bis heute ergänzen sich die beiden Universitäten und arbeiten seit der ersten Erklärung zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit von 1990 in Forschung, Lehre und Verwaltung zusammen – mal mehr, mal weniger intensiv. Erfolge werden ebenso geteilt wie Erfahrungen des Scheiterns. In dieser lernenden Gemeinschaft knüpfen die beiden Universitäten mit einer vertieften strategischen Partnerschaft an: der Northwest Alliance.
Die Northwest Alliance wurde im Januar 2025 von den Universitätsleitungen in Bremen und Oldenburg im Beisein der jeweiligen Wissenschaftsressorts gegründet. Ihr Kernziel: die Schaffung eines gemeinsamen Forschungs- und Transferraums im Nordwesten Deutschlands. Damit wollen beide Hochschulen ihre Stärken in Forschung, Lehre und Wissenstransfer national und international sichtbarer machen.
In Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche, Unsicherheiten und wachsender Wissenschaftsskepsis öffnen sich die Unis erneut für die Impulse aus der Gesellschaft, aus Wirtschaft, Kultur, öffentlicher Verwaltung und Zivilgesellschaft. Das steht nicht im Gegensatz zu Exzellenz, sondern wird Teil davon – darauf sind beide Universitäten aufgrund ihrer Gründungsideale gut vorbereitet. Gemeinsam sind sie in diese Richtung stärker als allein und leisten damit auch einen Beitrag, der wachsenden Skepsis gegenüber Wissenschaft entgegenzuwirken.
580 Professuren, 6.400 Mitarbeitende, 2.700 Promovierende, 34.000 Studierende
Mit rund 580 Professuren, etwa 6.400 Mitarbeitenden, 2.700 Promovierenden und 34.000 Studierenden bildet die Allianz einen starken wissenschaftlichen Kern im Nordwesten. Wichtige außeruniversitäre Einrichtungen der Region sowie langjährige Partner wie das Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst spielen dabei eine zentrale Rolle.
Ein zentrales Projekt der Kooperation ist der gemeinsame Antrag im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder mit dem Titel „Northwest Alliance: Connecting for Tomorrow“. Ziel ist es, zum Universitären Exzellenzverbund ernannt zu werden und damit zusätzliche Förderung ab 2027 zu erhalten.
Auch international ist die Northwest Alliance vernetzt. Die Rijksuniversiteit Groningen aus den Niederlanden gilt als privilegierte Partnerin und darüber hinaus soll die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg wachsen.
Für Studierende und Mitarbeitende bedeutet die Northwest Alliance mehr gemeinsame Forschungsprojekte, größere nationale Sichtbarkeit sowie neue Chancen für Lehre, Austausch und Transfer. Der Verbund stärkt zugleich die wissenschaftliche Landschaft im Nordwesten Deutschlands nachhaltig – für die Universität Bremen wie für die Universität Oldenburg.