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Anders als geplant

Vier Studierende blicken auf einen vorlesungsfreien Sommer zurück, der aufgrund der Corona-Pandemie anders als geplant gelaufen ist.

Die geplante Urlaubsreise, das Festivalwochenende mit Freunden oder das Auslandssemester an einer neuen Universität – viele Sommerpläne in der vorlesungsfreien Zeit fielen dieses Jahr wegen Corona ins Wasser. Wie ging es den Studierenden in dieser besonderen Zeit? Und konnten sie trotz der Einschränkungen ihren Plänen nachgehen? Wir haben mit vier Studierenden der Uni Bremen über ihre vorlesungsfreie Zeit gesprochen.

Kaya (20), studiert Kulturwissenschaften

„Ich habe vieles für mich neu entdeckt“, erzählt die 20-jährige Studentin Kaya. Von Socken stricken bis hin zu langen Spaziergängen in der Natur - Hauptsache weg vom Bildschirm war Kayas Motto für den Sommer. Denn am Laptop und Smartphone verbrachte die Studentin der Kulturwissenschaften schon genug Zeit während des Sommersemesters durch die Online-Lehre und ihren damaligen Nebenjob als Organisatorin eines Online-Festivals. „Wenn man den ganzen Tag auf Bildschirme geguckt hat, ist alles so zweidimensional“, beschreibt Kaya ihr Sommersemester. Das wurde ihr zu viel und so fing die Studentin im Sommer wieder an, ihren Hobbys nachzugehen, die sie lange vernachlässigt hatte. Sie entdeckte das Basteln und Nähen wieder für sich, ging auf lange Spaziergänge und begann, ihre Umwelt und vor allem die Natur bewusster wahrzunehmen.

In der vorlesungsfreien Zeit ging Kaya gerne spazieren. Hier ist sie im Bremer Rhododendronpark, der direkt bei ihr um die Ecke liegt.
© Privat

Natalie (30), studiert Public Health

Weniger Zeit für sich selbst, aber dafür viele neue berufliche Möglichkeiten ergaben sich für die Public Health-Studentin Natalie. Vor ihrem Studium machte sie bereits eine Ausbildung als medizinische Fachangestellte und arbeitete bei einer Hautarztpraxis. Ihre Praxiserfahrungen und ihr medizinisches Wissen nutzt die 30-Jährige nun als Studentin weiterhin und begann im Juli, in der Corona Ambulanz in Delmenhorst zu arbeiten. Seit Oktober ist sie nun beim Gesundheitsamt Bremen tätig und möchte diese Arbeit auch während der Vorlesungszeit weiter ausüben.

Für die Public Health-Studentin Natalie ergaben sich in der vorlesungsfreien Zeit viele neue Jobangebote.
© Privat

Christoph (19), studiert Chemie

An einen neuen Rhythmus musste sich auch Christoph gewöhnen. Der 19-Jährige studiert Chemie im dritten Semester und stand im Sommersemester vor einigen Herausforderungen. Unter anderen Bedingungen als geplant kam sein Laborpraktikum auf ihn zu. Zusätzlich musste er sich in die Online-Lehre einarbeiten. Dies brachte ihm zwar einen geregelten Arbeitsrhythmus, jedoch auch viel Stress. „Ich wurde psychisch aus der Bahn geworfen“, beschreibt er seinen damaligen Gemütszustand und erzählt von einem unregelmäßigen Schlafrhythmus, der ihn am Lernen hinderte. Motiviert startet Christoph nun aber in das neue Semester und ist an der Erfahrung gewachsen: „Dieses Semester weiß ich, dass ich an meinem Lernverhalten etwas ändern muss.“

Emilie (21), studiert Soziologie

„Natürlich gab es auch Momente, in denen ich dachte, dass es nicht klappen würde, aber an sich habe ich mir deswegen nicht viele Sorgen gemacht“, blickt Emilie auf ihre Pläne für das Auslandssemester zurück. Die Studentin hatte Glück: Nachdem ihr geplanter Auslandsaufenthalt in Ghana im Frühjahr ausfallen musste, konnte die Studentin im August ihr Auslandssemester in Norwegen beginnen. In Ghana wollte Emilie eigentlich bereits zum vierten Mal ehrenamtlich mit Kindern in Schulen arbeiten. Stattdessen hat Emilie die Zeit zu Hause genutzt und sich mit ihren Plänen nach dem Abschluss beschäftigt. Zwar war ihr bereits nach dem ersten Aufenthalt in Ghana klar, wie wichtig ihr die ehrenamtliche Arbeit dort ist, doch ist ihr noch bewusster geworden: „Meine Arbeit in Ghana ist genau das, was ich in Zukunft beruflich machen möchte“.

Emilie konnte trotz der Corona-Pandemie ihr Auslandssemester starten und lebt nun bis Ende des Jahres in der norwegischen Stadt Bergen.
© Privat

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