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Die Reißleine ziehen

Rund 1.200 Studierende suchen jedes Jahr die Psychologische Beratungsstelle des Studierendenwerks Bremen auf. Swantje Wrobel und ihr Team helfen, wenn es mal nicht so läuft. Dieses Mal: Fachwechsel.

Nach ein paar Wochen an der Uni läuft alles wie von selbst? Nicht bei jedem. Einige Studierende quälen sich durch den Alltag; kommen einfach nicht rein ins Studium. Das geht dir ähnlich? Keine Panik – du bist nicht zu dumm zum Studieren. Möglicherweise hast du einfach nur das falsche Fach gewählt.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich so viel Mathe machen muss.“ Die junge Frau, die in Swantje Wrobels Sprechstunde kommt, ist verzweifelt. Sie hat sich doch für Psychologie eingeschrieben. Wieso muss sie sich dann seit Wochen mit Statistik herumquälen? Immer nur Zahlen, das hält doch kein Mensch aus!

Wrobel leitet die Psychologische Beratungsstelle PBS des Studierendenwerks Bremen. Einige Wochen nach Semesterstart finden sie und ihr Team sich häufig in solchen Situationen wieder: Studierende erzählen, dass sie einfach nicht mitkommen. Sie verpassen keine Vorlesung, arbeiten alle Inhalte abends noch einmal durch, lassen sich von Kommilitoninnen oder Kommilitonen helfen – und hinken dem Stoff trotzdem hoffnungslos hinterher.

Sein Talent entdecken

„Viele beginnen an sich zu zweifeln, halten sich für dümmer als andere – aber das ist gar nicht der Punkt“, erklärt die Psychologin. Jeder Mensch besitze Talente für gewisse Dinge. Die Kunst sei es, diese Talente zu entdecken und das passende Studienfach zu wählen. Dabei kann die PBS helfen. Im Gespräch mit der Psychologiestudentin kommt beispielsweise heraus, dass sie besonders gut mit Menschen umgehen kann. Selbst in angespannten Situationen findet sie die richtigen Worte. Nur mit Mathe steht sie seit jeher auf Kriegsfuß. So sehr, dass sie einige Wochen nach Studienstart kurz davorsteht, alles hinzuschmeißen.

Fachwechsel ist kein Beinbruch

„Nun gilt es herauszufinden, wie groß das Matheproblem wirklich ist. Kann sie die ersten Semester mit einigen Extrastunden hinbekommen? Dann sollte sie es auf jeden Fall versuchen“, rät Wrobel. Ist der Lernrückstand allerdings schon so groß, dass ihr beim Gedanken an die nächste Prüfung nur noch übel wird, sollte sie darüber nachdenken, das Fach zu wechseln. Gerade in den ersten beiden Semestern sei das kein Beinbruch.

Und wie finde ich nun ein Studienfach, das zu mir passt? Wrobel hat ein paar Tipps: „Ein Weg könnte sein, sich über den angestrebten Beruf zu informieren. Wie sieht der Alltag einer Psychologin wirklich aus? Passt da die Sozialpädagogin vielleicht nicht besser zu mir?“

Einfach mal hineinschnuppern

Erste Anlaufstelle für Wechselwillige ist die Zentrale Studienberatung der Universität. Außerdem hilft das Career Center weiter, beispielsweise mit Infos zu dualen Studienangeboten. In der Regel ist es auch gar kein Problem, einfach mal in ein anderes Fach hineinzuschnuppern. „Es geht darum, den Horizont zu erweitern und sich dann bewusst zu entscheiden“, fasst Wrobel zusammen.

Eins ist ihr noch ganz wichtig: „Das Studienfach zu wechseln, hat nichts mit Scheitern zu tun.“ Eine starke Persönlichkeit quäle sich nicht durch acht Semester, sondern ziehe rechtzeitig die Reißleine. „Wer verantwortungsvoll ist, sucht sich was, wo er mit viel Herzblut dabei ist. Denn schließlich soll es für mehrere Jahre, wenn nicht sogar ein ganzes Berufsleben halten.“

Psychologische Beratung

Die Psychologische Beratungsstelle befindet sich im Zentralbereich der Universität Bremen, unterhalb der Mensa. Das Sekretariat ist Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 13 und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr besetzt. Termine können auch telefonisch unter 22 01 - 1 13 10 oder per E-Mail pbs@stw-bremen.de vereinbart werden. Zudem gibt es eine Online-Beratung. Die Services der PBS stehen Studierenden der Universität und der Hochschulen in Bremen und Bremerhaven kostenfrei zur Verfügung.

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