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„Transfer künftig automatisch mitdenken“

Mit einer neuen Uni-Strategie zu noch mehr Austausch

Universität und Gesellschaft brauchen einander: Die Gesellschaft stellt Aufgaben und Ausstattung, die Wissenschaft kreiert Lösungen für viele Herausforderungen. Mit einer neuen Transferstrategie will die Universität Bremen diese Beziehung jetzt noch fruchtbarer gestalten.

„Wir haben ein ganz einfaches Ziel: Wir wollen den Austausch, den Dialog und die Kooperation mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den unterschiedlichsten Zusammenhängen künftig noch enger und effizienter gestalten“, sagt Professor Andreas Breiter, Konrektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer der Universität Bremen. „Unsere Gesellschaft steht vor immer größeren Aufgaben. Wir werden jeden Tag damit konfrontiert. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Kenntnisse und Fähigkeiten noch stärker als bisher mit der täglichen Praxis verzahnen – und dass wir auch in unserer eigenen Forschung und Lehre noch näher an die Menschen rücken, für deren Wohl wir letztlich als Universität agieren.“

Klare Sache: Ob in den Natur- und Ingenieurwissenschaften oder den Geisteswissenschaften, überall geht es im universitären Zusammenhang darum, Probleme zu lösen, Kenntnisse, Fertigkeiten und Anwendungen weiterzuentwickeln und langfristige Strategien zu erdenken. Das Ziel: Die Menschen sollen weiterhin gut und zufrieden leben können – bei allen Widersprüchen, die es auf dem Planeten gibt.

Innovationspreis Sieben Faulen  Copyright Patrick Jung  Universitaet Bremen 9db60e9898
Transfer konkret: Das Projekt der Universität Bremen „Gemeinsam lernen durch Erklären mit digitalen Medien“ unterstützt eine Oberschule in Bremen beim inklusiven Unterricht mit digitalen Medien.
Foto: Patrick Jung / Universität Bremen

Am einfachsten ist der Transfer über die Köpfe

Aber wie macht man’s richtig? Die Schnittstellen zwischen Universität und Gesellschaft sind ungemein vielfältig. Am einfachsten ist der Transfer von universitärem Wissen noch über die Köpfe, sei es durch gut ausgebildete Studierende, die dann in die Wirtschaft streben, oder durch hochqualifizierte Forscherinnen und Forscher, die neue Ideen in Produkte und Dienstleitungen umsetzen. Um in dieser Beziehung „möglichst breit möglichst gut“ zu sein, hat sich die Universität für insgesamt sechs Handlungsfelder konkrete Maßnahmen und Aktivitäten überlegt.

„Die werden wir nicht von heute auf morgen, aber in den kommenden Jahren umsetzen“, sagt Dr. Martin Heinlein, Leiter von UniTransfer, der Transferstelle der Universität Bremen. Für jedes Handlungsfeld hat er gute Beispiele parat – etwa dafür, dass bei Lehre und Studium der Transfer künftig automatisch mitgedacht werden soll: „Wir bilden jetzt Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler noch praxisnäher aus: Sie können während des Studiums nicht nur den Stoff ihres Fachgebietes lernen, sondern sich auch zu zertifizierten Derivatehändlern ausbilden lassen. Das ist ein echter Mehrwert, wenn sie später auf den Arbeitsmerkt gehen.“

Ein „Wissenschaftsstadtteil“ mit 500 Unternehmen

Ein anderer Ansatz ist es, die Gründungskultur noch stärker durch viele Angebote und Maßnahmen voranzubringen oder die Verankerung in Stadt und Region zu festigen. Das ist in beiden Fällen mit dem Technologiepark Universität Bremen gelungen, der sich zu einem lebendigen bremischen „Wissenschaftsstadtteil“ mit mehr als 500 Unternehmen entwickelt hat.

„Es gibt einige sehr schöne Sachen, die zeigen, wie wichtig der Transfer von Wissenschaft in die Gesellschaft ist – und wie gut er schon funktioniert und was die Menschen in unserer Stadt davon haben“, sagt Martin Heinlein. So gibt es schon seit 1994 die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Geowissenschaftliche Sammlung der Universität. Sie ist Anlaufpunkt Nr. 1 in Bremen für alle, die sich für Mineralien, Gesteine und Fossilien interessieren.

MARUM Geowissenschaftliche Sammlung
Die Geowissenschaftliche Sammlung der Universität Bremen umfasst etwa 220.000 Exponate und steht einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.
Foto: Geowissenschaftliche Sammlung / Universität Bremen

Noch mehr Förderung für Startups

Ein anderes Beispiel ist ein preisgekröntes Projekt der Universität, bei dem die „Oberschule im Park“ in Bremen-Oslebshausen im inklusiven Unterricht mit digitalen Medien unterstützt wird. Dabei helfen Studierende den Mädchen und Jungen der 5. - 7. Klasse bei der Produktion von Erklärvideos mit Tablets. Ein Video stellt das Projekt näher vor.

Für eine neue Startup-Kultur und die Förderung von Aus- und Neugründungen an der Universität steht „Ubica“. Die vier Gründer stammen aus dem Institut für Künstliche Intelligenz (IAI) und arbeiten an einem autonomen Roboter. Er soll mittels künstlicher Intelligenz den Aufbau eines Supermarktes oder einer Drogerie nachvollziehen und nachts die leeren Regale auffüllen.

Wer sich detaillierter für die neue Transferstrategie der Universität Bremen mit weiteren gelungenen Beispielen interessiert, kann sie hier herunterladen.

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