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„Wir sehen uns als Motivatoren für zukunftsweisende Ideen“

Bremen Dynamics unterstützt Studierende bei der Umsetzung ihrer Ideen für ein Start-Up

Hinter dieser Tür im NW1 verbirgt sich kein gewöhnliches Labor: Im sogenannten „Start-Up Lab“ werden Ideen mit technischen Mitteln sowie Kontakten in die Wirtschaft und Forschung gefördert. Die Non-Profit Organisation Bremen Dynamics hilft Studierenden, ihre theoretischen Projekte in anwendbare Geschäftsideen umzusetzen. Dabei arbeitet sie eng verzahnt mit dem Institut für Theoretische Elektrotechnik und Mikroelektronik (ITEM) zusammen. Ahmed Mekky ist einer dieser Studierenden, die von der gemeinnützigen Arbeit von Bremen Dynamics profitieren. Wie genau diese Förderung funktioniert, erzählen er und der Wissenschaftliche Mitarbeiter Amir Najafi.

Sorgfältig legt der 3D-Drucker die Kunststofffäden übereinander. Mit einer Feile schleift Ahmed Mekky die daraus entstandenen grünen und roten Teile zurecht, damit sie später perfekt ineinandergreifen. Zusammengesetzt bilden die Einzelteile einen Arm, bestehend aus roten Fingern, Handgelenk und einem grünen Unterarm. Dann wird die Elektronik eingesetzt – Spulen und Drähte durchziehen den Unterarm wie Sehnen. Am Ende entsteht ein Robotikarm, den später eine Künstliche Intelligenz (KI) steuern soll. Mekkys Idee bietet viele Einsatzmöglichkeiten: „Der Arm kann sowohl medizinisch verwendet werden, aber vor allem ist er ein Mehrwert bei Prozessen, die für Menschen zu eintönig oder unter nicht tragbaren Umständen geleistet werden müssen“. Der Masterstudent der Uni Bremen stellt sich für den Einsatz des Robotikarmes konkret eine Müllsortieranlage in Entwicklungsländern vor, die über eine Solaranlage angetrieben wird. Eine enorme Entlastung für die Menschen, die den Müll per Hand selektieren müssen. Der bionische Arm – also ein Arm, der dem eines Menschen nachempfunden ist – macht jedoch nur das halbe Projekt aus. Der Student im Studiengang Control, Microsystems, Microelectronics stellt online eine Anleitung für den Bau des Robotikarms zur Verfügung: „So kann jeder auf der Welt mit geringem finanziellen Aufwand den Arm nachbauen“.

Ahmed Mekky feilt die Einzelteile für den Robotikarm zurecht.
© Bremen Dynamics

Betreut wird Mekky bei seinem Vorhaben unter anderem von Amir Najafi. Er ist Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theoretische Elektrotechnik und Mikroelektronik (ITEM) an der Uni Bremen. Er engagiert sich zudem bei der Non-Profit Organisation Bremen Dynamics. Die Organisation fördert Studierende, ihre theoretischen Projekte in die Realität umzusetzen. ITEM und Bremen Dynamics arbeiten bei der Unterstützung der Studierenden eng zusammen, erklärt Najafi: „Die wissenschaftlichen Projekte und Abschlussarbeiten werden vom Institut betreut – von mir und Professor Alberto Garcia-Ortiz. Wenn die Studierenden dann Lust haben, ihre Idee in ein Start-Up weiterzuentwickeln, hilft Bremen Dynamics.“

Die Vision: Studierende motivieren, ihre Ideen in Bremen und der Region umzusetzen

Gegründet wurde Bremen Dynamics unter anderem von Hendra Kesuma. Er war einst selbst Wissenschaftlicher Mitarbeiter am ITEM, ging dann in die freie Wirtschaft. Die Vision für Bremen Dynamics: Studierende motivieren, ihre Ideen in Bremen und der Region umzusetzen. „Wir beobachten immer noch, dass viele gut ausgebildete Leute mit spannenden Ideen nach Süddeutschland gehen und dort entweder für Unternehmen arbeiten oder Start-Ups gründen statt dies in Bremen zu tun“, erzählt Najafi. Vor allem sei das ein Verlust für das Land Bremen und die Uni, die ja gute Leute ausbilde. „Wir sehen uns als Motivatoren für zukunftsweisende Ideen“, beschreibt Najafi das NGO.

Der bionische Unterarm kann sowohl medizinisch eingesetzt werden sowie bei Prozessen, die für Menschen zu eintönig oder unter nicht tragbaren Umständen geleistet werden müssen.
© Bremen Dynamics

Zugang zu den nötigen Mitteln, wie einem 3D-Drucker, Kameras für die KI sowie Materialien zur Fertigung eines Prototyps bekommen die Studierenden durch Bremen Dynamics. Kesuma hilft zusätzlich bei der Erarbeitung eines Geschäftskonzeptes und der Suche nach potentiellen Geldgebern und Unterstützern. Das seien zum Beispiel Unternehmen, aber auch wissenschaftliche Einrichtungen und Institutionen, erklärt Najafi. Neben Mekkys bionischem Arm wird zum Beispiel auch die Idee eines Ultraschalldetektors, der blinden Menschen bei der Orientierung helfen soll, von Bremen Dynamics unterstützt. Geld erwirtschaftet die Organisation mit den Projekten nicht. Die technischen Geräte, die Bremen Dynamics den Studierenden zur Verfügung stellt, wurden größtenteils von Kesuma selbst gesponsert.

Für Mekky war schnell klar, dass es nicht nur bei der Masterarbeit bleiben soll. Er möchte den Schritt in die Selbstständigkeit mit seiner Idee wagen und freut sich über die Unterstützung der Organisation: „Bei Bremen Dynamics habe ich neben dem fachlichen Austausch und den technischen Mitteln auch Unterstützung bekommen, wie ich den Prototypen optimal planen und gestalten kann. Das hilft mir, mich mit meiner Idee nach dem Studium selbstständig zu machen.“

Mehr Informationen

Ahmed Mekkys Robotikarm zum Nachbauen

Bremen Dynamics

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