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Der neuen Stadt eine Chance geben

Rund 1.200 Studierende suchen jedes Jahr die Psychologische Beratungsstelle des Studierendenwerks Bremen auf. Wie Swantje Wrobel und ihr Team helfen, wenn es mal nicht so läuft. Dieses Mal: Heimweh.

Neue Stadt, neues Glück? Nicht unbedingt. Gerade im ersten Semester haben einige Studierende mit Heimweh zu kämpfen. Aber keine Panik. Wer ein paar Tipps beherzigt, muss sich keine Sorgen machen.

Eigentlich ist Merle ein geselliger Typ. In der Schule hatte sie viele Freunde. Selbst in der heißen Phase vorm Abi ist sie fast jeden Abend ausgegangen. Doch seit sie in Bremen ist, kann sie sich zu nichts mehr aufraffen. Wenn der Tag an der Uni endlich überstanden sind, ist sie froh, in den Bus nach Hause steigen zu können. Meistens bleibt sie dann in ihrer kleinen Wohnung und chattet mit den Freunden von zu Hause.

Swantje Wrobel kennt viele „Merles“. Ein paar Wochen nach Semesterstart kommen sie zu ihr in die Psychologische Beratungsstelle (PBS), weil sie merken, dass irgendetwas nicht stimmt mit ihrem neuen Leben in Bremen. „Die meisten haben da noch gar nicht realisiert, dass sie Heimweh haben“, erklärt die Leiterin der Beratungsstelle. Bereits 1974, kurz nach der Gründung der Universität Bremen, hat das Studierendenwerk diese Anlaufstelle für ratsuchende Studierende aus Bremen und Bremerhaven eingerichtet. Pro Jahr nehmen etwa 1.200 Frauen und Männer das Angebot wahr. Die Probleme, die sie herführen, sind sehr vielfältig. Vieles hat mit dem Studium zu tun. Es geht in den Beratungen aber auch um persönliche oder soziale Aspekte.

Die Heimat gibt Sicherheit

Kurz nach Beginn des Wintersemesters hört Wrobel eine Aussage gehäuft: Ich komme hier irgendwie nicht an, fühle mich nicht wohl. „Das sind häufig diejenigen, die noch eine starke Verbindung in ihre Heimat haben. Sie setzen sich jedes Wochenende in den Zug, um bei den alten Freunden zu sein. Das ist ihr Zuhause, da ist alles vertraut. Das gibt ihnen Sicherheit“, erklärt die Psychologin. In Bremen ist dagegen alles neu, die Uni, die Stadt, die Kommilitonen. Das könne beängstigend sein. „Viele sind orientierungslos und finden sich buchstäblich nicht zurecht“, sagt Wrobel.

Raus aus dem Einzelappartement

Im Beratungsgespräch gibt es für die Betroffenen erstmal eine gute Nachricht: Das Heimweh verflüchtigt sich meistens im Laufe des ersten Semesters. Außerdem geben Wrobel und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz konkrete Tipps, wie das Ankommen in Bremen gelingen kann. Eine Empfehlung: Such dir Gleichgesinnte. Denn gemeinsam ist vieles leichter. Wrobel verweist hier gern auf die zahlreichen Gruppen, die es an der Uni gibt. Einfach mal hingehen und mitmachen. Zweiter Tipp: Verlasse dein Einzelappartement und zieh in eine Wohngemeinschaft. So teilst du deinen Alltag ganz automatisch mit anderen und schützt dich vor Einsamkeit. Und drittens: Lass den Zug gen Heimat ab und zu auch mal ohne dich losfahren. Nur so gibst du deiner neuen Stadt wirklich eine Chance.

Die Psychologische Beratungsstelle befindet sich im Zentralbereich der Universität Bremen, unterhalb der Mensa. Das Sekretariat ist Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 13 und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr besetzt. Termine können auch telefonisch unter 22 01 - 1 13 10 oder per E-Mail pbs@stw-bremen.de vereinbart werden. Zudem gibt es eine Online-Beratung. Die Services der PBS stehen Studierenden der Universität und der Hochschulen in Bremen und Bremerhaven kostenfrei zur Verfügung.

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