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Materialwissenschaften kinderleicht erklärt

Spannend und lehrreich: Finja forscht auf dem Uni-Campus

Die Uni-Mitarbeiterin Isabell Harder hat ein Kinderbuch über die Materialwissenschaftenan der Universität Bremen geschrieben. Das Besondere istnicht nur, dass man dadurch quasi kinderleicht Einblicke in diesen komplexenForschungsbereich erhält. Alle Einrichtungen sowie deren Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter, die in der Geschichte vorkommen, gibt es wirklich.

Ein geheimnisvolles Pulver in einer kleinen Kiste: Finja und ihr Freund Malik sind nach ihrer Entdeckung im Bremer Bürgerpark elektrisiert. Sie wollen nicht nur herausfinden, wem es gehört. Sie möchten auch wissen, was es ist. Ihre Suche führt die Kinder zu mehreren Einrichtungen an der Universität Bremen: Erst zum MAPEX Center for Materials and Processes und dem Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT Bremen. Dann kommen sie zum 146 Meter hohen Fallturm am Zentrum für Angewandte Raumfahrttechnologien (ZARM). Überall werden sie freundlich empfangen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklären den Kindern, wie man herausfinden kann,um was für ein Pulver es sich handelt. Im Fallturm dürfen Finja und Malik bei einem Experiment unter Schwerelosigkeitdabei sein.

Idee zum Buch kam in der Elternzeit

Für ihre Geschichte hat Isabell Harder mehrere Monate recherchiert. Die 33-Jährige besuchte zahlreiche Labore und sprach mit den Forscherinnen und Forschern, die in dem Buch vorkommen sollten. „In dieser Zeit habe ich sehr viel dazu gelernt“, sagt die studierte Geisteswissenschaftlerin lachend. Dabei kam ihr sicherlich zugute, dass sie mehrere Jahre am IWT Bremen in der Öffentlichkeitsarbeit tätig war. Mittlerweile koordiniert Isabell Harder die Kinder-Uni und zahlreiche weitere Angebote des Wissenstransfers für Kinder und Jugendliche auf dem Campus. Zudem ist sie freiberuflich als Wissenschaftskommunikatorin tätig.

Die Idee zu dem Buch kam der jungen Mutter in ihrer Elternzeit. „Man müsste mal ein Kinderbuch über ein Forschungsthema schreiben“, habe sie sich immer wieder gesagt.„Es gibt so viel Spannendes in Bremen.“ Im Frühjahr 2018 startete Isabell Harder das Projekt dann über eine Crowdfunding-Kampagne, bei der rund 17.000 Euro zusammenkamen. Die Fördererinnen und Förderer konnten dabei auch das Thema und einzelne Figuren wählen, die in der Geschichte vorkommen sollten. Die Begeisterung für die Idee war beiden Bremer Materialwissenschaften offenbar so groß, dass der Sonderforschungsbereich „Farbige Zustände“ (SFB) der Universität Bremen das Thema direkt kaufte. Weitere Personen aus den Materialwissenschaften wollten als Figur in der Geschichte vorkommen. Sie wurden von der Illustratorin Lea Fröhlich liebevoll gezeichnet.

Komplizierte Verfahrenverständlich erklärt

„Wir sind alle begeistert von dem Buch“, sagt Dr. Nils Ellendt, Geschäftsführer des SFB „Farbige Zustände“. „Und wir sind beeindruckt, wie in der Geschichte komplizierte Verfahren verständlich erklärt werden“ So sei zum Beispiel sehr gut beschrieben, wie ein Rasterelektronenmikroskop – kurz: REM – funktioniere. „Diese Erklärung werde ich für meine Vorlesung übernehmen“, sagt der Ingenieur begeistert.Ein Kinderbuch über die Materialwissenschaften konnte sich der Forschungsverbund sehr gut vorstellen, weil der SFB ein Projekt in der Wilhelm-Focke-Oberschule in Bremen betreut.„Die Schülerinnen und Schüler haben sehr viel Spaß an unseren Forschungsthemen“, so Ellendt.Das Buch „Finja forscht – das geheimnisvolle Pulver“ ist der erste Band einer Reihe, in der Isabell Harder in den nächsten Jahren vier weitere Bremer Forschungsschwerpunkte vorstellen möchte. Erschienen ist es im Bremer Carl Schünemann Verlag.

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