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Naturphilosoph Heinrich Oldenburg

Vergessene Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Diplomat, Sekretär und Gefangener im Tower (der in London, nicht in Bremen): Der Bremer Heinrich Oldenburg gehört zu den zentralen Figuren der englischen Wissenschaftsgeschichte. In seiner Heimat erinnert jedoch nichts mehr an ihn. In einer neuen Reihe stellen wir solche vergessenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor.

Heinrich Oldenburg wurde in Bremen geboren. Sein Vater arbeitete als Lehrer am Gymnasium illustre, der ersten Hochschule Bremens. Oldenburg studierte in Bremen und England Theologie.

1653 verhandelte er als Diplomat im Namen des Bremer Senats erfolgreich mit Oliver Cromwell. Es ging darum, die Neutralität Bremens im ersten Englisch-Niederländischen Krieg (1652–1654) zu respektieren. Während seines Aufenthaltes auf der Insel lernte er einige der bedeutendsten englischen Philosophen und Naturphilosophen ihrer Zeit kennen – Aufklärer John Milton, Staatstheoretiker Thomas Hobbes und Physiker und Chemiker Robert Boyle. Oldenburg wurde Teil dieses Gelehrtenkreises.

1660 kam es in England zur Restauration – nach dem Tod des Lordprotektors Oliver Cromwell endete die englische Republik und die Monarchie wurde wiederhergestellt. König Karl II. – der Sohn des am Ende des Bürgerkriegs 1649 geköpften Karl I. – förderte die Wissenschaften. Er unterstütze die Gründung der Royal Society – heute die älteste Wissenschaftseinrichtung der Welt. Die Mitglieder hatten zum Ziel, eine Wissenschaft zu begründen, die nur auf bewiesenen Experimenten beruhte. Im 17. Jahrhundert ein deutlicher Bruch mit dem vorherrschenden Wissenschaftsverständnis, das auf dem Zitieren von Autoritäten basierte.

Oldenburg Philosophical Transactions
Titelblatt “Philosophical Transactions” (CC BY 4.0)

Heinrich Oldenburg wurde das erste ausländische Mitglied der Royal Society und 1661 ihr Sekretär. Damit war er für die Korrespondenz mit ausländischen Forschern wie dem Astronom Christiaan Huygens und dem Mathematiker Gottfried Leibniz zuständig. Die von ihm gegründete Zeitschrift „Philosophical Transactions of the Royal Society“ ist heute nach eigenen Angaben die älteste kontinuierlich erscheinende Wissenschaftszeitschrift der Welt. Die erste Ausgabe erschien am 6. März 1665.

Sein europäisches Netzwerk führte dazu, dass Oldenburg 1667 während des Zweiten Englisch-Niederländische Kriegs (1665-1667) als Spion verdächtigt für zwei Monate in den Tower eingesperrt wurde.

Er starb 1677 in London.

Spuren in Bremen

In Bremen erinnert heute nichts an Heinrich Oldenburg.

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