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Alltägliche Nachhaltigkeit

Wie die Uni Bremen hinter den Kulissen Emissionen einspart

Campusleben / Nachhaltigkeit

Bei Strom und Wärme setzt die Universität Bremen komplett auf erneuerbare Energien und erzeugt null CO2-Emmissionen. Im Alltagsbetrieb könnte noch ein bisschen mehr gehen in Sachen Klimaschutz, findet Dr. Doris Sövegjarto-Wigbers, die Umwelt- und Klimaschutzmanagerin.

Fast 20.000 Menschen studieren an der Universität Bremen mit ihren 3.500 Mitarbeitenden. Tagtäglich verbrauchen sie natürliche Ressourcen, erzeugen Abfall und Emissionen. Dies geschieht auf einer Fläche von 520.297 Quadratmetern auf denen 70 Gebäude stehen, zumeist Büroräume, aber auch energieintensive Labore und Lager. Allein der Verbrauch an Strom summiert sich auf rund 40.000 Megawattstunden pro Jahr, was in etwa dem einer Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern entspricht.

Die Zahl stammt aus dem jährlich erscheinenden Umwelterklärung 2023. In ihr sind die Verbrauchsdaten für Energie- und Wasser sowie das Abfallaufkommen aufgeführt. Das Ziel ist, sie jedes Jahr ein wenig zu minimieren. „Im Mittelpunkt der Nachhaltigkeits- und Umweltaktivitäten der Universität Bremen steht das Bestreben um eine Reduktion der Nutzung von natürlichen Ressourcen sowie die Vermeidung betriebsbedingter schädigender Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit“, heißt es in der Umweltleitlinie. Oder in den Worten der Umwelt- und Klimaschutzmanagerin Dr. Doris Sövegjarto-Wigbers: „Wir fühlen uns der Nachhaltigkeit verpflichtet, sie wird an allen Ecken und Enden thematisiert.“

Dr. Doris Sövegjarto-Wigbers, Umweltkoordinatorin und Klimaschutzmanagerin der Universität Bremen.
© Jonas Ginter / WFB

Wie das umgesetzt wird, auch das lässt sich der Umwelterklärung entnehmen, deren Angaben von externen Gutachtern geprüft und zertifiziert werden. Ausschließlich aus regenerativen Quellen bezieht die Universität ihren Strom, auf deren Dächern mehr Solaranlagen installiert sind als an jeder anderen deutschen Universität. Die Wärme stammt aus dem naheliegenden Müllheizkraftwerk. Der Wasserverbrauch wurde in jüngster Zeit unter anderem durch Wasserspartechniken in den Sanitärräumen reduziert. Ähnliches gilt für die Menge an Restmüll, Altpapier und andere Abfälle, wobei hier auch die Corona-Pandemie eine Rolle spielte.

„Wir fühlen uns der Nachhaltigkeit verpflichtet, sie wird an allen Ecken und Enden thematisiert.“

Begleitet vom Fachbereich Biologie ist zudem die Biodiversität auf dem Campus verstärkt ins Blickfeld geraten. Nistkästen und Insektenhotels wurde angefertigt und verteilt, Teile der Wiesen nur noch eingeschränkt gemäht und Biotope angelegt. Beim „Green Metric World University Ranking“, einem internationalen Hochschulranking zur Nachhaltigkeit, belegte die Universität 2022 den neunten Rang. „Wir sind nominiert für den deutschen Nachhaltigkeitspreis und auch wenn wir ihn nicht bekommen haben, stehen wir auch national gut da“, meint Sövegjarto-Wigbers.

So weit, so gut. Doch auch was gut ist, kann noch besser werden. „Gerade mit unserem Energieverbrauch bin ich nicht ganz glücklich“, meint Sövegjarto-Wigbers, die im kommenden Jahr in den Ruhestand geht. Sie hat da vor allem die Heizung im Blick. Viele der Gebäude sind um die 50 Jahre alt, allein in die Funktionserhaltung fließt viel Energie. So würde sie im Sommer die Heizkreisläufe gerne komplett abstellen und auch einen hydraulischen Abgleich durchführen.

Was sie sich noch wünschen würde? Den Bau einer Windkraftanlage nahe dem Campus, deren Strom die Universität nutzen könnte. Vor allem aber: „Einen autofreien Campus! Die Mobilität ist unsere Hauptemissionsquelle.“

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