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Der Arbeitsplatz der Zukunft – auf dem Mars

Der Mensch strebt zum Mars – doch kann er in dieser unwirtlichen Gegend überhaupt überleben? Wie müsste sein Habitat, also sein Wohn- und Arbeitsraum, gestaltet sein?

Geophysikerin Christiane Heinicke vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnik (ZARM) der Universität Bremen erforscht die perfekte Umgebung für Menschen, die auf dem Mars leben und arbeiten.

Die Forscherin will im Projekt „Moon and Mars Base Analog (MaMBA)“ allerdings nicht nur eine Konstruktion erschaffen, die den tatsächlichen Umgebungsbedingungen auf Mond und Mars standhält. Wichtig ist ihr auch, dass eine Crew während einer echten Langzeitmission mit der Größe und Gestaltung der Räume zurechtkommt. Zwei Wissenschaftsteams haben sich für jeweils eine Arbeitswoche für Versuche zur Verfügung gestellt und das erste Labormodul getestet.

Mars Modul 2
Christiane Heinicke und ihr Team vom Projekt “Moon and Mars Base Analog (MaMBA).
Foto: ZARM / Universität Bremen

Eine enge Kiste

Das war eine ganz schön enge Kiste: Die zylinderförmige Demo-Version, die Heinicke mit ihrem Team in der Laborhalle des ZARM aufgebaut hat, bot dem vierköpfigen Forscherteam nur acht Quadratmeter, auf denen sie sich aufhalten konnten. Doch trotz der Enge ist sich das Team einig, dass der Platz ausreichend war.

„Anfangs waren wir skeptisch, ob wir mit der begrenzten Arbeitsfläche und den auf unterschiedlichen Ebenen angebrachten Geräten effektiv arbeiten können – aber es funktioniert sehr gut,“ sagt ein Teilnehmer. Allerdings nur, wenn die Einrichtung flexibel eingerichtet werden kann und nicht zu viele wissenschaftliche Instrumente im Modul sind.

Mars Modul 3
Die zylinderförmige Demo-Version des Habitats ist im ZARM aufgebaut. Foto: ZARM / Universität Bremen

Bisher lag der Schwerpunkt bei Simulationen vom Leben und Arbeiten unter Mars-Bedingungen eher auf den psychologischen Erkenntnissen, die sich aus dem Zusammenleben auf begrenztem Raum ergeben. Das Team um Christiane Heinicke wagt nun den Spagat zwischen Architektur und Ingenieurskunst und damit dem Entwerfen, Konstruieren, Testen und Optimieren des Habitats. Damit soll den zukünftigen Astronautinnen und Astronauten nicht nur das Überleben auf Mond und Mars ermöglicht werden, sondern das Leben auch möglichst angenehm gestaltet werden. Architektur, Geometrie und Inneneinrichtung des Habitats sollen perfekt auf die menschlichen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Bewegungen beobachtet

Ob das gelingt? Das sollen Aufnahmen des Versuchsteams zeigen, die die Bewegungen der einzelnen Teilnehmenden im Modul erfassen. Um das Befinden der Teilnehmenden zu überwachen, sind im gesamten Labor Sensoren verteilt: zum Beispiel Temperatur- und Drucksensoren an den Wänden, aber auch Pulsmesser, die von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern getragen werden. Außerdem wurden sie interviewt. Die Ergebnisse werden nun intensiv ausgewertet.

Mehr zum Projekt MaMBA

Weitere Informationen gibt es beim ZARM

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